Was ist Akupressur? Wirkung, Anwendung und wissenschaftliche Grundlagen

Akupressur gehört zu den ältesten Heilmethoden der Welt. Seit mehr als 2.000 Jahren wird sie in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt, um Schmerzen zu lindern, Verspannungen zu lösen und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Doch was steckt wirklich dahinter – und was sagt die moderne Wissenschaft?

Was passiert bei der Akupressur?

Akupressur Druckpunkte – Fuß auf Nagelbrett

Das Grundprinzip der Akupressur basiert auf der Annahme, dass im menschlichen Körper Energiebahnen (sog. Meridiane) verlaufen. Entlang dieser Bahnen befinden sich über 360 spezifische Druckpunkte. Durch gezielten Druck auf diese Punkte sollen Blockaden gelöst und der Energiefluss (Qi) wiederhergestellt werden.

Aus wissenschaftlicher Sicht stimuliert Druck auf die Haut Nervenfasern, die Signale ans Gehirn senden. Das Gehirn reagiert mit der Ausschüttung körpereigener Schmerzmittel – vor allem Endorphine und Serotonin. Gleichzeitig verbessert sich die Durchblutung, und Muskelrezeptoren lösen direkte Verspannungen.

Was sagt die Forschung?

Mehrere Studien bestätigen die Wirksamkeit der Akupressur bei verschiedenen Beschwerden:

  • Rückenschmerzen: Eine Studie der University of Michigan zeigte eine signifikante Reduktion von Schmerzen und Erschöpfung durch regelmäßige Akupressur-Anwendung.
  • Schlafqualität: Metaanalysen belegen positive Effekte auf Schlafdauer und Schlaftiefe.
  • Stressreduktion: Messbare Reduktion des Cortisol-Spiegels nach Akupressur-Sitzungen wurde in mehreren Studien dokumentiert.
  • Übelkeit: Besonders stark belegt ist die Wirkung bei chemotherapiebedingter Übelkeit und Schwangerschaftsübelkeit.

Akupressur vs. Akupunktur: Der Unterschied

Beide Methoden nutzen dieselben Druckpunkte aus der TCM. Der entscheidende Unterschied: Akupunktur setzt feine Nadeln ein – Akupressur arbeitet ausschließlich mit Druck. Das macht Akupressur zu einer sicheren, zugänglichen Methode, die Du ohne Therapeuten jederzeit zu Hause anwenden kannst.

Die Akupressurmatte: Akupressur für jeden Tag

Eine besonders effektive Variante ist die Akupressurmatte. Tausende Kunststoffrosetten üben beim Liegen gleichmäßigen Druck auf große Körperflächen aus und stimulieren so zahlreiche Druckpunkte gleichzeitig. Schon 15–20 Minuten täglich können Muskelspannung lösen, den Schlaf verbessern und chronische Schmerzen lindern.

Für wen eignet sich Akupressur?

Akupressur eignet sich für jeden, der seine Gesundheit aktiv unterstützen möchte – ohne Nebenwirkungen und ohne Rezept. Besonders geeignet bei Rücken- und Nackenschmerzen, Schlafproblemen und stressbedingten Beschwerden.

Hinweis: Bei Hauterkrankungen, Hämophilie, Blutverdünnern oder in der Schwangerschaft bitte vorher ärztlichen Rat einholen. Nicht geeignet für Kinder unter 5 Jahren.

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