Akupressur bei Migräne: Was wirklich hilft und was nicht

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die weit über gewöhnliche Kopfschmerzen hinausgeht: pochende Schmerzen (oft einseitig), Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit, manchmal visuelle Auren. In Deutschland leiden rund 8 Millionen Menschen unter Migräne – und die meisten suchen nach Alternativen zu Medikamenten, die mit der Zeit an Wirksamkeit verlieren.

Migräne vs. Spannungskopfschmerz: Der Unterschied

Frau mit Migräne – Akupressur als natürliche Hilfe

Spannungskopfschmerzen sind dumpf, beidseitig und durch Muskelverspannungen ausgelöst. Migräne ist pulsierend, oft einseitig, wird durch Bewegung verstärkt und geht häufig mit Begleitsymptomen einher. Ursache ist eine Überaktivität im Gehirn, die Gefäßerweiterung und Entzündungsreaktionen auslöst.

Was sagen Studien über Akupressur bei Migräne?

Die Evidenz ist vielversprechend: Eine Studie aus dem Journal „Cephalalgia“ zeigte, dass Druck auf den Punkt Hegu (Dickdarm 4 – die Hautfalte zwischen Daumen und Zeigefinger) die Schmerzintensität bei Migräneanfällen signifikant reduzieren konnte. Andere Studien deuten darauf hin, dass regelmäßige Akupressur-Behandlungen die Anfallshäufigkeit über die Zeit reduzieren können.

Die wichtigsten Druckpunkte bei Migräne

  • Hegu (Di 4): Hautfalte zwischen Daumen und Zeigefinger – 30–60 Sekunden kräftig drücken. Nicht in der Schwangerschaft anwenden!
  • Taiyang: Schläfenbereich – sanft kreisend massieren, hilft bei Druck hinter den Augen.
  • Fengchi (Gb 20): Nackenbasis beidseits der Wirbelsäule – tiefer Daumendruck, hilft bei Migräne durch Nackenspannung.
  • Yintang: Punkt zwischen den Augenbrauen (Stirnmitte) – sanfter, kreisender Druck; entspannt die Stirnmuskulatur.

Akupressurmatte in der Migräne-Prävention

Während eines akuten Migräneanfalls ist die Akupressurmatte oft zu intensiv. Als Präventionsmethode – zwischen den Anfällen eingesetzt – könnte sie jedoch hilfreich sein: Sie reduziert chronischen Stress, verbessert den Schlaf und senkt den Cortisol-Spiegel. Alle drei Faktoren sind bekannte Migräne-Trigger.

Wann zum Arzt?

Migräne sollte ärztlich abgeklärt werden, besonders wenn Anfälle häufig sind, sich verändern oder mit neurologischen Symptomen einhergehen. Akupressur kann eine ergänzende, nebenwirkungsfreie Methode sein – kein Ersatz für medizinische Behandlung.

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